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Pferde

Ernährungs- und Gesundheitsberatung für Pferde

Das Pferd als Ganzes betrachten

Die Fütterung eines Pferdes lässt sich nicht losgelöst von Haltung, Bewegung und Alltag betrachten.
Denn Pferde sind hochsensible Lauftiere mit individuellen Bedürfnissen — und genau deshalb lohnt sich der genaue Blick.

Als ich 1971 intensiv mit dem Reiten begann und täglich viele Stunden im Stall verbrachte, sah Pferdehaltung oft noch ganz anders aus als heute. Feuchte Mistmatratzen, schlecht belüftete Ställe und fragwürdige Fütterung galten vielerorts als normal. Hustende Pferde wurden möglichst „zugfrei“, also praktisch luftdicht untergebracht. Verdorbenes Futter führte zu schweren Koliken. Später erlebte ich sogar Todesfälle nach ungeeigneter Silagefütterung.

Auch Bewegung und Weidegang waren in vielen Sportställen keine Selbstverständlichkeit. Pferde standen oft dauerhaft im Stall — aus Sorge vor Verletzungen oder aus organisatorischen Gründen.

Die jahrzehntelange Arbeit als Pferdewirtin und Trainerin mit A-Lizenz prägt meinen Blick auf Pferde bis heute. Deshalb fließen in meine Ernährungs- und Gesundheitsberatung nicht nur Fütterung und Laborwerte ein, sondern auch Training, Belastung, Bewegungsmanagement, Haltung und das tägliche Leben des Pferdes. Denn jedes Pferd bringt eigene Voraussetzungen, Aufgaben und Bedürfnisse mit.

Denn moderne Ernährungs- und Gesundheitsberatung für Pferde bedeutet weit mehr als die reine Berechnung einer Futterration. Sie betrachtet das Pferd in seinem gesamten Umfeld:

  • Haltung und Bewegung
  • Arbeitsleistung und Training
  • Rasse und Stoffwechseltyp
  • Alter und Gesundheitszustand
  • Zuchteinsatz oder Wachstum
  • Zahnstatus und Futteraufnahme
  • Verdauung, Kotwasser oder Kolikneigung
  • sowie das individuelle Management im Stall

Jedes Pferd bringt dabei seine eigene Geschichte mit.

Im Rahmen der Anamnese fließen deshalb nicht nur die aktuelle Fütterung, sondern auch Laborwerte, tierärztliche Befunde und die gesamte Haltungssituation mit ein.


Die Grundlage jeder Pferdefütterung: das Grundfutter

Um einen wirklich bedarfsgerechten Futterplan erstellen zu können, ist die Qualität des Grundfutters entscheidend. Deshalb empfehle ich eine Analyse des Heus, das Ihr Pferd täglich erhält.

Denn erst dadurch lässt sich beurteilen:

  • welche Nährstoffe bereits ausreichend vorhanden sind
  • wo mögliche Defizite bestehen
  • und welche Ergänzungen tatsächlich sinnvoll sind

Für Einsteller bedeutet das natürlich, dass die Entnahme einer Heuprobe mit dem Stallbetreiber abgestimmt werden sollte.

Gerade für Stallbetreiber selbst können solche Analysen besonders wertvoll sein. Denn sie ermöglichen eine deutlich gezieltere und individuellere Versorgung der Pferde — anstelle von pauschaler Zufütterung.

Auch das Weidemanagement spielt eine wichtige Rolle. Bodenbeschaffenheit, Nutzung und Futterangebot beeinflussen langfristig die Gesundheit und Belastbarkeit der Pferde.


Haltung, Bewegung und individuelle Versorgung

Pferde profitieren von Bewegung, Sozialkontakt und einer Umgebung, die ihrem natürlichen Verhalten möglichst entgegenkommt.

Eine durchdachte Gestaltung von Bewegungsflächen, individuelle Fütterungskonzepte und ein passendes Management können nicht nur die Gesundheit der Pferde unterstützen, sondern auch die Attraktivität eines Stalles deutlich erhöhen.

Denn gesunde Pferde beginnen nicht erst beim Kraftfutter — sondern bei einem Gesamtkonzept, das zum Pferd passt.