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Pferde

Ernährungs- und Gesundheitsberatung für Pferde

Vielen Menschen und vielen Anbietern von Stallungen oder auch Offenställen fehlt das Wissen zur gesunden Haltung und Fütterung von Pferden. Einige Pferdemenschen sind der Ansicht, diese Entwicklung habe erst in den letzten Jahren stattgefunden. Das kann ich so nicht bestätigen. Als ich 1971 intensiv zu reiten begann und täglich mehrer Stunden im Stall verbrachte, wuchs ich mit einer hohen, sehr feuchten Mistmatratze auf und dem Wissen, dass ein Pferd das Hustet, in einen zugfreien, das hieß luftdichten Stall eingeschlossen werden musste. Die Folgen waren dämpfige Pferde. Wurzeln, die eigentlich schon schwarz verschimmelt waren, wurden noch verfüttert. Das führte zu heftigen Koliken. Nur  ein paar Jahre später erlebte ich das Verfüttern von Maissilage an Pferde, die auch noch übergärig war.  Die Folge: drei tote Pferde. Aber: die Pferde dort durften wenigstens auf die Weide.
Mit 15 Jahren war ich begeisterte Mitreiterin in einem Turnierstall. Die Pferde durften nicht auf die Weide. Verletzungsgefahr, schlechte Kondition und zu hoher Aufwand waren die Argumente gegen einen Weidegang. Paddocks gab es zu der Zeit auch noch nicht.  Die Pferde liefen nie lange im Sport. Ich habe bedauert, dass sie nicht raus durften. Einen Tierarzt, der diese Umstände korrigiert hätte, habe ich damals nicht kennegelernt. Für die Züchter schien es auch klar zu sein: mit drei Jahren hat die Freiheit ein Ende. Ausser es ist eine Zuchtstute. Für die Bereiter wäre der Aufwand, die Pferde immer von der Weide zu holen, sicherlich auch zu zeitintensiv gewesen.

Heutzutage gibt es die Ernährungs- und Gesundheitsberatung für Pferde. Ich bin davon begeistert.  Sie bezieht sich nicht nur auf das Futter, sondern gerade auch auf die Haltung des Pferdes und die Arbeit, die das Pferd leistet. Dabei hat die Ernährungs- und Gesundheitsberatung für Pferde auch im Blick, welcher Rasse Ihr Pferd angehört. Ist es eher den schweren Rassen zuzuordnen oder blütig? Gehört es zu den guten Futterverwertern oder eher nicht. Wie ist der Zustand der Zähne? Gibt es z. B. Probleme mit dem Gebiss beim Reiten? Pfriemt das Pferd? Kolikt es häufig? Benötigt es eine Ernährungs- und Gesundheitsberatung für Pferde für den Hochleistungssport oder eher für den Erhaltungsbedarf? Ist das Pferd im Zuchteinsatz, im Wachstum oder ist es erkrankt? Wie sieht es mit dem Wurmmanagement aus? Diese Fragen und noch einige mehr werden in einer Anamnese geklärt. Dazu gehören auch Laborberichte und tierärztliche Befunde.

In der Ernährungs- und Gesundheitsberatung für Pferde schaue ich mir das Umfeld des Pferdes vor Ort genau an. Um einen bedarfsgerechten Plan für Ihr Pferd erstellen zu können, ist eine Laboranalyse des Heus, das als Grundfutter dient, notwendig. Wenn Sie Einsteller sind, ist das Einverständnis des Stallbetreibers Voraussetzung, eine Probe aus dem vorhandenen Heu für eine Analyse zusammenstellen zu dürfen. Wenn Sie Stallbetreiber sind, ist eine solche Analyse für Sie auch von großem Interesse, weil Sie die Zufütterung von Kraftfutter und Zusätzen zielgerichtet vornehmen können. Bezüglich Ihres Weidenmanagement ist eine Bodenanalyse ebenfalls ein lenkendes Instrument. Die Attraktivität Ihres Stalles kann durch eine bewegungsfördernde Aufteilung der Flächen, auf denen sich die Pferde aufhalten und eine individualisierte Fütterung stark erhöht werden.